An Titeln mangelt es dieser Stadt wahrlich nicht: Hansestadt, Universitäts- und Wissenschaftsstadt, Kleiststadt, Stadt der drei Brücken. Sie alle zeugen von der reichen Geschichte von Frankfurt an der Oder.
Schon im 14. Jahrhundert befuhren Frankfurter Kaufleute mit eigenen Schiffen die Ostsee. Bis Ende des 15. Jahrhunderts gehörte das Handelszentrum zur mächtigen Hanse. Die Gründung der Brandenburgischen Landesuniversität 1506 machte Frankfurt zu einem der traditionsreichsten Universitätsstandorte Deutschlands. Die Brüder Humboldt, Carl Philipp Emanuel Bach, Thomas Müntzer und der große Sohn Frankfurts, Heinrich von Kleist, studierten hier.
An diese große Tradition knüpfte die Stadt 1991 mit der Gründung der Europa-Universität Viadrina an. Schon wenige Jahre nach ihrer Gründung hat sich die Hochschule einen beachtlichen überregionalen Ruf erworben. Das belegt nicht nur die stetig steigende Zahl von Studierenden aus 76 Nationen, sondern auch das zunehmende Interesse namhafter Wissenschaftler. Die Präsidentin, Prof. Dr. Gesine Schwan, betont den besonderen Geist der Universität: „Vor allem die Möglichkeit, gemeinsam mit Kommilitonen aus Polen – aber auch aus anderen Ländern Europas und der Welt – zu studieren, empfinden viele als Bereicherung. Dieses menschliche Potenzial ist ein großer Schatz, den wir besonders pflegen wollen.“
Schwerpunkte der Viadrina sind die Osteuropaforschung und die praktische grenzüberschreitende Lehre. Dabei arbeitet die Hochschule eng mit der Adam
-Mickiewicz-Universität in Posen (Poznan) zusammen und trägt gemeinsam mit dieser das Collegium Polonicum in der Nachbarstadt Slubice am anderen Ufer der Oder. Grenzen überwinden und den Horizont öffnen sollen auch die Neuen Medien. So wurde beispielsweise das Projekt „Multimedia an Hochschulen“ mit 576.000 € aus EFRE-Mitteln an der Viadrina unterstützt.
Auch am Institut für Solarenergie und dem Institut für Halbleiterphysik IHP sucht man nach neuen Wegen. Den so genannten Reinstraum des IHP können Studenten für ihre Forschung nutzen. High-Tech-Forschung hat in Frankfurt Tradition. Bereits 1958 entstand hier ein Halbleiterwerk. Der versammelte technische Sachverstand erweitert jedoch nicht nur den geistigen Horizont, er trägt inzwischen auch ökonomische Früchte. Ein Beispiel hierfür ist die Firma Gärtner Electronic Design (GED). Seit zehn Jahren ist sie ein erfolgreicher Entwickler von anwendungsspezifischen integrierten Schaltkreisen, sogenannten ASICs. Für qualifizierten Ingenieurs-Nachwuchs sorgt GED mit einem anspruchsvollen Förderprogramm: Außer der Vergabe von Praktika und Diplomarbeiten bietet GED auch Studiendarlehen in den Bereichen Elektrotechnik und Informatik.
Vor allem kleiner und mittlere Unternehmen sind das wirtschaftliche Rückgrat des Standortes. Zunehmend entwickelt sich Frankfurt auch zum Messe- und Handelszentrum. Das 1993 gegründete World Trade Center steht in direkter Verbindung mit anderen Städten der World Trade Center Association.
Zudem profiliert sich Frankfurt sportlich: Henry Maske und Axel Schulz haben sich von hier an die Weltspitze geboxt. Einrichtungen wie das Olympiazentrum, das Bundesleistungszentrum, die Bundeswehr-Sportfördergruppe, 13 Landesstützpunkte und 83 Vereine suchen und fördern weitere Talente mit Sportsgeist. Sie alle wollen für die Stadt noch einige Titel hinzugewinnen.
Prof. Dr. Gesine Schwan,
Präsidentin der EUV
