Die eiserne Lady heißt „Elisabeth I“ und steht in Falkenhagen. Sie war die erste Produktionsanlage für luftgelegte Zellulosefasern in Brandenburg und machte dem Weltmarkt für Hygieneartikel richtig Dampf. Denn im Vergleich zu herkömmlich produzierter Zellulose nimmt das Zellstoffpolster der Firma „Concert“ mehr Feuchtigkeit auf. Außerdem sind die so genannten „Air-laid“ Produkte aus Falkenhagen reißfester und formbeständiger als die der Konkurrenz. Gute Voraussetzungen für eine Erfolgsgeschichte, die 1996 mit einem Mann und einer Idee, aber ohne Kunden und ohne Geld begann.
Der gebürtige Westfale Rolf Hövelmann war die treibende Kraft für die Standortwahl der kanadischen Concert Gruppe und die rasante Geschäftsentwicklung. Der Unternehmer schätzt Land und Leute im Nordwesten von Brandenburg:
„Die Autobahnanbindung und die übrige Infrastruktur sind perfekt, die Leute hoch motiviert und die Genehmigungswege schnell und unbürokratisch.“
So wurde aus der One-Man-Show innerhalb von sieben Jahren ein erfolgreiches mittelständisches Unternehmen mit über 200 Mitarbeitern und einem Umsatz von 50 Millionen Euro. Ausgezeichnet mit dem „Oskar für den Mittelstand“.
Die Zahl der möglichen Anwendungen für die Zellstoffprodukte „Made in Brandenburg“ ist groß. Seit 1996 wird in Falkenhagen sowohl thermisches als auch latex-gebundenes Air-laid für Hygieneartikel, Wisch- und Kosmetiktücher sowie Tischdecken und Servietten gefertigt. Das neueste Produkt: eine hybrid-gebundene Saugeinlage, die besonders viel Flüssigkeit aufnimmt und sich deshalb ausgezeichnet für die Verpackung von Fleisch eignet.
Die weltweite Nachfrage nach den Brandenburger Zellstoffprodukten ist so groß, dass im Jahr 2000 eine zweite Produktionsanlage in Betrieb ging. „Red Eagle“, der rote Adler, ist die derzeit größte Produktionsanlage weltweit. Inzwischen laufen die Maschinen in Falkenhagen an 365 Tagen rund um die Uhr. Im Jahr werden hier 28.000 Tonnen produziert. Damit ist „Concert“ mit einem Marktanteil von 26,5 Prozent Marktführer in Europa.
Die konzertierte Förderung machte die Erfolgsgeschichte von „Concert“ möglich. Denn die Investitionsförderung des Landes Brandenburg wurde um eine Weiterbildung von 35 Beschäftigten durch das Arbeitsamt und durch 400.000 Euro des Europäischen Sozialfonds ergänzt. Die EFRE-Förderung für Concert betrug rund 4 Millionen Euro.
Rolf Hövelmann,
Concert GmbH
