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Schwarzheide fährt auf Raps ab

Wo Pflanzen für Antrieb sorgen

 

"Der Gebrauch von Pflanzenöl als Kraftstoff mag heute unbedeutend sein. Aber derartige Produkte können im Laufe der Zeit ebenso wichtig werden wie Petroleum und diese Kohle-Teer-Produkte von heute." (Rudolf Diesel, Erfinder des Dieselmotors 1912)

Besonders im Frühjahr leuchten viele Landstriche in Brandenburg malerisch gelb. Das Land zählt heute zu den größten Anbaugebieten für Raps in Deutschland. Denn Pflanzenöle von Raps oder Sonnenblumen bilden den Grundstoff für Biodiesel.

Die größte und modernste deutsche Produktionsanlage für Biodiesel steht seit 2002 in Schwarzheide, im südlichen Brandenburg. Der Betreiber, die Biodiesel Schwarzheide GmbH, baut auf die vielen Vorzüge des pflanzlichen Kraftstoffes.

Biodiesel ist praktisch schwefelfrei und gibt bei der Verbrennung nur soviel Kohlendioxid ab, wie die Pflanze während ihres Wachstums aufgenommen hat. Damit ist der Kraftstoff Treibhauseffekt-neutral. Außerdem ist Biodiesel biologisch leicht abbaubar. Sein Einsatz ist daher vor allem dort sinnvoll, wo Gewässerschutz Priorität hat. Zum Beispiel in Wasserschutzgebieten, in der Forstwirtschaft oder der Binnenschifffahrt. Der Bio-Kraftstoff ist zudem 10 Cent günstiger als herkömmlicher Diesel. Gerade in Zeiten von ständiger Energieknappheit wird Biodiesel deshalb zu einer echten alternativen Energie. Der Markt dafür ist schon heute groß. Die meisten modernen Dieselfahrzeuge sind bereits für den Einsatz von Biodiesel geeignet. Der Kraftstoff ist flächendeckend an über 1.600 Tankstellen in Deutschland erhältlich.

 

Inzwischen sorgt die 47 Mitarbeiter starke Biodiesel Schwarzheide GmbH auch für zusätzliche Beschäftigung in der Landwirtschaft. Das Industrieunternehmen verarbeitet Pflanzenöl aus 130.000 ha Anbaufläche. Die so genannten Tiefwurzler werden auf Stilllegungsflächen angebaut, also auf Flächen, die nicht mehr für den Lebensmittelanbau gebraucht werden.

 

„Brandenburg bot sich als Firmensitz an, weil der Standort in Schwarzheide zwischen 1990 und 2000 von der BASF mit einem Investitionsprogramm von rund 1 Mrd. Euro saniert und erweitert worden war. Außerdem ist das Chemieunternehmen ein wichtiger Kooperationspartner“, erläutert Betriebsleiter Sasa Radjenovic.

 

Der BASF-Konzern liefert die nötige Energie wie Dampf, Strom und Stickstoff, um Biodiesel herzustellen. Bei der Erzeugung von 100.000 Tonnen Biodiesel fallen immerhin 10.000 Tonnen Glyzerin an. Die Anlage ist aber durchaus für weitere 20.000 Tonnen ausgelegt. Glyzerin wiederum bildet den Grundstoff zur Herstellung von Kosmetika oder Spülmitteln und dient als Trägerstoff für Hustensäfte oder zur Schaumstoffherstellung.

 

25 Millionen Euro Investitionen in den Standort Schwarzheide, davon 3,3 Millionen an EFRE-Mitteln, haben sich auf jeden Fall gelohnt. Die Nachfrage war von Anfang an enorm und steigerte sich von Jahr zu Jahr. Durch den Erfolg des Biodiesels in Brandenburg würde sich vermutlich auch Rudolf Diesel in seiner Prognose bestätigt sehen.










Sasa Radjenovic,
Biodiesel Schwarzheide GmbH

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