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Potsdam bildet

Wo der große Zusammenhang zählt

 

„Mister Net“ heißt die kniende Skulptur am Eingang des Hasso-Plattner-Instituts für Softwaresystemtechnik (HPI) im Potsdamer Stadtteil Griebnitzsee. Er wurde zur Expo 2000 entwickelt. Die leuchtende Installation des spanischen Künstlers Jaume Plensa mit mehrfarbigen LEDs und einer eigenen Akustikumgebung verkörpert die Stiftungsidee des HPI: Transparenz und Kommunikation. Die gesamte Architektur des Instituts ist dieser Idee unterworfen.

 

Wo einst die Mauer verlief, werden heute Kommunikations­barrieren abgebaut. Denn neben der Lehre wird hier die Struktur von Softwareprogrammen erforscht. Inzwischen sind die zunehmend komplexeren Softwareprogramme auch für einige Informatiker ein Buch mit sieben Siegeln. Das erklärte Ziel ist es deshalb, Ingenieure in die Lage zu ver­setzen, komplexe Softwaresysteme darzustellen und zu vermitteln. Das soll auch eine bessere Zusammenarbeit von Entwicklern, Programmierern und anderen IT-Fachleuten ermöglichen.

 

Der Gedanke, in Potsdam ein Institut für Software­kon­struktionslehre zu stiften, kam dem SAP-Gründer Hasso Plattner 1998 bei einem Spaziergang vorbei am Einstein-Turm. Damit wollte der Gründer, wie er selbst sagte, „die Entstehung und Verbreitung einer Ingenieurskultur in der Softwareindustrie fördern.“ Für dieses Anliegen brachte Hasso Plattner umgerechnet rund 50 Millionen Euro aus seinem Privatvermögen als Kapital in eine Stiftung ein.

Die Entscheidung für Potsdam hatte mehrere Gründe. Hasso Plattner ist in Berlin geboren und an der Havel am Stadtrand von Berlin aufgewachsen. Seine Großmutter lebte in Potsdam. Hinzu kam die Attraktivität des Standortes, so der Gründer:

 

„Im Hinblick auf künftige Lehrer und Studenten haben wir Potsdam auch deshalb gewählt, weil intelligente und einfallsreiche Wissenschaftler und Ingenieure besonders gerne dorthin gehen, wo es landschaftlich und städtebaulich schön ist, wo es reichlich Kultur gibt.“

 

2004 wurde der Stifter zum Honorarprofessor der Uni Potsdam ernannt. Seitdem hält er pro Semester ein Blockseminar auf Englisch am HPI.

 

Die Anforderungen an die Studenten sind hoch. Aber wer am Institut aufgenommen wurde, dem stehen alle Türen offen – auch die der Professoren.

 

Inzwischen haben die 77 Studenten des ersten Jahrgangs von 1999 das HPI mit einem Bachelor-Abschluss verlassen. Wer möchte, kann einen Master-Studiengang draufsatteln. In Potsdam hofft man auch, dass das Institut zu einer Keimzelle von Unternehmensgründungen in der Region wird.

 

Das HPI wurde mit EFRE-Mitteln in Höhe von 13,7 Millionen Euro gefördert.











Hasso Plattner

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