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Guben schläft nie

Wo die Chemie stimmt

 

Ein einzelnes der unscheinbaren farblosen kleinen Kügelchen würde man vermutlich sogar in Guben achtlos beiseite fegen. Aber in der richtigen Menge und Verbindung sind die Granulate der UNYLON Polymers AG ein begehrtes Vorprodukt für Kunststoffe und Textilien aller Art. Das vielseitige Material, besser bekannt als Nylon, kann weit mehr als Frauenbeine wärmen. Von der Faserherstellung für Teppiche über Pullover bis zur Automobilindustrie finden sich ständig neue Anwendungsmöglichkeiten. Kein Wunder, dass die Polymerproduktion ein Markt mit ungewohnt hohen Wachstumszahlen ist. Bei UNYLON Polymers in Guben wird Polyamid 6 Granulat in verschiedenen Viskositätsgraden hergestellt.

 

Keine Kunst, mit diesem Stoff erfolgreich zu sein. Zunächst musste jemand an den Erfolg glauben. Die Hamburger UNYLON AG, eine Beteiligungsholding im Sektor Kunststoffchemie, glaubte daran. In zwei Schritten erwarb das Unternehmen 100 Prozent der Anteile am Unternehmen und den Produktionsanlagen, Guben I + II genannt.

Die Investitionen der Hanseatischen Kaufleute von insgesamt 16,5 Mio. Euro seit dem Jahr 2002 belegen auch das Vertrauen in die Erfahrung und Kompetenz der Fachkräfte vor Ort. Guben hat eine 45-jährige Tradition als Chemiestandort. Zwei Drittel der Mitarbeiter sind schon seit mehr als 20 Jahren im Unternehmen. Heute hat die Produktionsstätte rund 50 Mitarbeiter. UNYLON Polymers-Vorstand Gerd Trommer sieht noch mehr Potenzial: „Der Standort bietet Reserven für weiteres Wachstum, auch in der Fläche. Außerdem gibt es hier eine starke Unterstützung für Investitionen in die Chemie, was längst nicht überall in Deutschland selbstverständlich ist.“

 

Das wichtigste Ziel von Gerd Trommer und seinen Mitstreitern ist bereits erreicht. Die UNYLON Polymers AG konnte den Standort und die Produktion in Guben sichern. Hilfreich war dabei die finanzielle Unterstützung der Europäischen Union mit EFRE-Mitteln in Höhe von 783.000 Euro in drei Jahren. Marcus Ernst, Vorstand des Mutterkonzerns UNYLON AG in Hamburg, baute in Guben auch auf die europäische Hilfe: „Bei unseren Investitionen war die EFRE-Förderung ein ganz entscheidendes Kriterium, um das Projekt in Gang zu setzen“.

 

Von Vorteil ist zudem die Nähe zu den osteuropäischen Nachbarn. Denn Polen und Osteuropa sind wichtige Lieferanten für Stoffe, die zur Herstellung von Nylon benötigt werden. Weitere Unternehmen wie z.B. LAUFARON sind ebenfalls in Guben angesiedelt. Hier wird das Granulat von Unylon weiter zu feinen Kunstfasern verarbeitet. Und erst kürzlich hat sich eine Polypropylen-Spinnerei aus Italien in Guben niedergelassen. So wird aus Guben langsam eine Art „Leuna des Mittelstandes“, eine Stadt, die niemals schläft. Denn die Produktionsanlagen auf dem 18.000 qm großen Betriebsgelände von UNYLON Polymers laufen im Dreischichtbetrieb rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Sie gehören zum Kern des Chemiestandortes. Inzwischen werden hier jährlich bis zu 48.000 Tonnen Granulate produziert – Tendenz steigend. Und diese Menge kann niemand mehr einfach beiseite fegen.

 










Gerd Trommer

Marcus Ernst

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