Flugzeuge sollen möglichst nicht am Boden stehen, sondern fliegen. Ihre Ersatzteile müssen deshalb umgehend gewartet oder repariert werden. Das ist das Hauptgeschäft von Peter Krauss. Seit sieben Jahren befasst sich sein Unternehmen mit verschiedenen Beschichtungstechnologien. Gerade in kritischen Bereichen wie der Luftfahrtindustrie kommt es dabei auf höchste Präzision und ständige Verfügbarkeit an. Was anderenorts mit viel Publicity als große Errungenschaft gefeiert wird, ist bei Krauss Oberflächentechnik längst ein gängiges Arbeitsmodell, so Peter Krauss:
„Das Unternehmen steht 7 Tage 24 Std. die Woche zur Verfügung. Bei uns gibt es die totale Gleitzeit und völlige Selbstverwaltung. Jeder ist autark und muss selbstständig arbeiten können. Die Verantwortung ist extrem hoch, die Arbeitszufriedenheit gleichermaßen.“ Das bedeutet, jeder kann kommen und gehen wann er will, Hauptsache, die Arbeit wird erledigt.
Seine ehemaligen Klassenkameraden aus dem „Ländle“ halten den umtriebigen 66-Jährigen für verrückt. In einem Alter, wo andere längst in Ruhestand sind, plant der Schwabe in Brandenburg seine neuesten Expansionsstrategien auf dem asiatischen Markt. Von hier wollen er und sein Team das Know-how exportieren und gleichzeitig Synergieeffekte für den Standort Brandenburg bewirken. Denn der Wachstumsmarkt der Zukunft ist nach seiner Ansicht Asien.
Die gleiche Auffassung trieb ihn nach der Wende in die neuen Bundesländer.
„Im Osten liegt die Zukunft“, davon ist der Unternehmer auch weiterhin überzeugt. Zunächst ging er nach Thüringen, wo Krauss noch heute einen Standort betreibt. Anschließend nach Ludwigsfelde in Brandenburg, wo inzwischen der Hauptsitz des Unternehmens ist. Nach kleinen Anfängen als Subunternehmer im Bereich Oberflächentechnik für MTU investierte der Ingenieur massiv in den Ausbau des Brandenburger Standortes. Mit diesem Engagement gelang es Krauss Oberflächentechnik, sich als produzierender Dienstleister mit eigener Zulassung auf dem europäischen und amerikanischen Markt zu etablieren – nach eigenem Bekunden weltweit erstmalig. So besitzt das Unternehmen eine Zulassung für 90 % der Produkte am Markt.
Als entscheidendes Plus für den Standort Brandenburg schätzt der Unternehmer die Fachkräfte vor Ort. „Hier haben Sie einen Fundus von Leuten, wie Sie ihn sonst nur noch im Raum München oder Hamburg finden“. Zusätzlich bildet das Unternehmen jedes Jahr zwei Lehrlinge zum Verfahrenstechniker für Oberflächentechnik aus, um weiteres Fachpersonal für die Bereiche Thermisches Spritzen, Galvanisieren, Anstrichsysteme und Prozessstrahlen sicherzustellen. Denn Peter Krauss und sein Team haben noch einiges vor. Die Ansiedlung der Krauss Oberflächentechnik wurde mit Fördergeldern von Bund, Land und EFRE unterstützt.
Peter Krauss,
Krauss Oberflächentechnik GmbH
